Ross oder Reiter?

Ross oder Reiter?

Zum Einstieg in das Thema möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen:

Ein Mensch reitet studenlang durch eine einsame, verlassene Gegend.
Plötzlich erblickt er auf einer Lichtung einen Fremden und verlangsamt sein Tempo. Als er den Fremden erreicht hat, bleibt das Pferd stehen. Der Fremde fragt: „Wohin des Weges?“ Der Reiter antwortet: „Das weiß ich nicht, das bestimmt das Pferd.“

in Anlehnung an Chade-Meng Tan


Die Geschichte beschreibt plastisch und anschaulich, wie ein vermeintlich selbstbestimmter Mensch durch etwas/ jemanden Fremdes gelenkt wird.

Die Metapher des Pferdes: unsere EMOTIONEN.

Wie erleben wir Emotionen?

Sie werden durch einen Reiz ausgelöst. In der Folge empfinden wir Ärger, Angst, Trauer, Trauer, Wut, Schuld, Glück, Stolz oder Liebe.

Unsere Reaktion darauf: Wir werden laut, wütend, ziehen uns zurück…und geben die Hoheit über unser Verhalten aus der Hand.

Ist das immer so?
Oder vielmehr:

Was können wir tun, um die Zügel über unsere Reiz-Verhalten-Reaktion in der Hand zu behalten?

Der erste Schritt ist, die eigenen Emotion bewusst wahrzunehmen. Also zu spüren, dass uns gerade etwas verärgert, verstört oder erfreut. Dann einen Moment innezuhalten und zu entscheiden, wie wir diese Emotion verarbeiten möchten. Halten wir sie für angemessen, so lassen wir uns von ihr leiten. Falls nicht, so schlagen wir einen anderen Weg ein, als den, den die Emotion uns zeigt.

Wem das gelingt, kann SELBST darüber entscheiden, ob er sich von einer Emotion steuern lässt oder die Zügel in der Hand behält.

Insbesondere im Führungsalltag, wenn es darum geht, durch das eigene Verhalten Vertrauen zu gewinnen und Orientierung zu bieten, ist es essentiell, über diese Ressource zu verfügen.

Wem es gelingt, die eigenen Emotionen gewinnbringend zu steuern, dem gelingt dies auch bei Anderen.

Im Leadership Coaching arbeite ich mit meinen Klienten an der Wahrnehmung und Steuerung eigener & fremder Emotionen als ein Schritt auf dem Weg zu einer empathischen und wertschätzenden Führungskraft. Für mich liegt darin der Schlüssel zum Erfolg in der neuen Arbeitswelt.