Konfliktscheue Vorgesetzte riskieren Beurteilungsfehler

Konfliktscheue Vorgesetzte riskieren Beurteilungsfehler

Studien zeigen: Führungskräfte neigen bei der Beurteilung ihrer Mitarbeiter zur sogenannten Tendenz zur Mitte. So können sie mögliche kommunikative Auseinandersetzungen oder etwaige Rechtfertigungen vermeiden. Auf der anderen Seite lassen sie sich aber die Möglichkeit nehmen, echte Wertschätzung gegenüber engagierten Mitarbeitern auszudrücken. Konfliktkommunikation ist eine Schlüsselkompetenz, die ich des öfteren mit meinen Klienten im Coaching stärke.

Link zum Artikel im HBM: https://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/chefs-beurteilen-mitarbeiter-zu-gut-a-1294814.html#ref=rss

Was sind neben der Tendenz zur Mitte weitere typische Beurteilungsfehler?

Sympathie- bzw. Antipathiefehler: Durch Sympathie oder Antipathie können Beurteilungen zu positiv oder zu negativ ausfallen. Begründet werden Sympathiefehler bspw. durch gemeinsame Interessen. Gefühle können bei der Beurteilung zwar nie vollständig unterdrückt werden, man sollte sich als Beurteiler aber dessen bewusst sein.

Haloeffekt: Wenn ein Mitarbeiter in einer Sache ausgezeichnet ist, dann wird diese Eigenschaft auf andere seiner Tätigkeiten übertragen – auch wenn er hier durchschnittliche Leistungen zeigt. Auffällige Verhaltensweisen oder Leistungen „überstrahlen“ andere. Lassen Sie sich nicht „blenden“ und beurteilen differenziert.

Primacy und Recency Effekt: Der Primacy Effekt bewirkt, dass erstgehörte Informationen besser erinnert werden als spätere – der sprichwörtlich positive erste Eindruck. Der Recency Effekt führt dazu, dass besonders zuletzt gehörtes in Erinnerung bleibt wie der nette Smalltalk am Schluss. Mein Tipp: Machen Sie sich während des gesamten Gesprächs Notizen, um diesem Beurteilungsfehler entgegenzuwirken.

Gegen Beurteilungsfehler ist durchaus „ein Kraut gewachsen“. So kann Coaching helfen, das eigene Beurteilungsverhalten zu reflektieren und auf mögliche Glaubenssätze zu überprüfen.