Wie Wünsche unser Gehirn bei Entscheidungen beeinflussen

Wie Wünsche unser Gehirn bei Entscheidungen beeinflussen

Passend zur vorweihnachtlichen Stimmung bin ich auf eine interessante Studie gestoßen, welche die bisherigen Erkenntnisse über Entscheidungsverhalten erweitert.

Verhaltensforscher des Max-Planck-Instituts haben herausgefunden, wie und warum sich unsere Wünsche auf eine Entscheidung auswirken. Die Wissenschaftler maßen Gehirnaktivitäten von Probanden, die aus verschiedenen Szenarien eines auswählen sollten. Darunter war ein von ihnen präferiertes, für das sie sich dann auch entschieden.

Welche Erkenntnisse liefern die neuen Forschungsergebnisse?

Es zeigte sich, dass diese Entscheidung die Hirnregion aktivierte, die besonders stark auf Belohnungen wie Essen oder Geld reagiert. Bemerkenswert ist, dass das gewünschte Szenario auch dann gewählt wurde, wenn eine andere Entscheidung objektiv ratsamer aber weniger wünschenswert war.

Für den privaten Bereich ist die Ausgangslage verständlich: Sicher haben Sie eine Situation vor Augen, in der Sie sich oder einer anderen Person eine Freude bereiten wollten. Das war Ihr Wunsch und sie trafen die Entscheidung, diesen zu erfüllen. Im Ergebnis waren Sie damit zufrieden.

Wie stark lassen Sie sich auch im Arbeitsalltag von Ihren Wünschen leiten?

Als Führungskraft entscheiden Sie täglich über eine Vielzahl von Dingen. Es ist belegt, dass Entscheidungen nicht nur auf Basis relevanter Informationen – also rein rational – getroffen werden, sondern auch Erfahrungswerte eine im wahrsten Sinne des Wortes entscheidende Rolle spielen. Ebenso redet auch die Intuition im Entscheidungsprozess ein Wörtchen mit.

Was bedeutet das Forschungsergebnis für den Führungsalltag?

Es kann sich bei wichtigen Entscheidungen als durchaus problematisch erweisen, wenn wir uns unserer fehlenden Objektivität nicht bewusst sind. Insbesondere in Personalentscheidungen gilt es genau hinzuschauen, ob der Wunschkandidat wirklich die beste Wahl ist oder ob unsere Präferenz möglicherweise von sozialer Ähnlichkeit (wie Geschlecht, Ausbildung, Vorlieben) rührt. Auch in Marketing- oder Produktentscheidungen gilt es aufzupassen, ob unsere Entscheidung zu sehr durch unseren persönlichen Geschmack beeinflusst ist.

Die Entscheidung für eine Sache, die unser Unterbewusstsein präferiert, scheint wie eine Belohnung zu wirken.

Machen Sie sich bewusst, dass zwar der Belohnungseffekt ausbleiben kann, wenn die von Ihnen präferierte Entscheidung nicht getroffen wird. Möglicherweise wird sich diese aber im Nachhinein als die Bessere herausstellen. Und dann kommt die Belohnung nachgelagert.

Nehmen Sie sich vor wichtigen Entscheidungen Zeit, um Ihre Wünsche zu reflektieren und wägen Sie Vor- und Nachteile ab.